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Was ist ein Asil-Araber?

  • 8. Aug. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Asil-Araber sind Vollblutaraber, deren Abstammung vollständig auf die Wüstenpferde der arabischen Beduinenstämme zurückverfolgt werden kann – ohne Einfluss von nicht-arabischen oder undokumentierten Blutlinien.


Anter (Hamdan x Obeya)
Anter (Hamdan x Obeya)

Das Wort Asil stammt aus dem Arabischen (أصيل) und bedeutet rein, edel oder ursprünglich. Während der Begriff reinrassig Pferde bezeichnet, die über viele Generationen in geschlossenen Zuchtbüchern gezüchtet wurden – wie etwa der PRE oder das Englische Vollblut – tragen viele Vollblutaraber dennoch weit zurückliegend nicht-arabische oder unklare Einflüsse in ihren Abstammungen.


Asil-Araber unterliegen strengeren Kriterien. Ihre Pedigrees werden sorgfältig erforscht und überprüft, um ausschließlich authentische Wüstenherkunft sicherzustellen, direkt zurückgehend auf die von Beduinen gezüchteten Pferde – ohne fremde oder unsichere Einflüsse.


Heute sind Asil-Araber in WAHO-anerkannten Zuchtbüchern neben anderen Arabern registriert. Zudem setzen sich angesehene Organisationen wie Al Khamsa, der Asil Club und die Pyramid Society (für rein Agyptischen Vollblutaraber) dafür ein, die ursprünglichen Asil-Blutlinien zu erforschen und zu bewahren und höchste Zuchtstandards sicherzustellen.


Nicht alle als Vollblutaraber erfüllen die Kriterien des Asil-Status. Im Laufe der Geschichte wurden in einigen Zuchtprogrammen Linien mit unvollständiger oder unsicherer Dokumentation eingeführt. Diese Pferde sind zwar weiterhin wertvoll und einflussreich, können jedoch nicht-wüstenstämmige oder unbekannte Abstammung enthalten.


Beispielsweise haben bekannte Zuchtprogramme wie die polnische Araberzucht die moderne Araberrasse stark geprägt. Aufgrund von Lücken in der frühen Dokumentation gelten diese Linien jedoch in der Regel nicht als Asil. Einflussreiche Pferde wie Skowronek verbreiteten diese Blutlinien weltweit, insbesondere durch Programme wie Crabbet, und hinterließen einen bleibenden Einfluss auf die Araberzucht des 20. Jahrhunderts.


Auch andere historische Zuchtentscheidungen, insbesondere in Südamerika und Europa, führten zur Aufnahme nicht-Asil-Blutlinien. In einigen Fällen wurden arabischstämmige Pferde aufgrund unterschiedlicher Terminologie oder Dokumentation als reinrassig registriert, wodurch diese Einflüsse Teil der internationalen Zucht wurden.


Heute wird geschätzt, dass weniger als 5 % der weltweiten Araberpopulation als Asil gelten. Die größte Konzentration findet sich bei den Straight Egyptian Arabern, weitere Populationen bestehen im Nahen Osten sowie bei engagierten Züchtern in Europa und den USA.


Zusammenfassend lässt sich sagen: Alle Asil-Araber sind Vollblutaraber, aber nicht alle Vollblutaraber sind Asil. Ihr Wert liegt nicht unbedingt in überlegener Leistung, sondern in der Bewahrung des ursprünglichen Wüstenerbes und der charakteristischen Eigenschaften der Araberrasse.

 
 
 

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