Was ist ein „Blue List“-Araber?
- 6. Mai 2024
- 2 Min. Lesezeit
Dies sind die Nachkommen von Asil-Araber, die im Blue Arabian Horse Catalog oder der „Blue List“ verzeichnet sind. Dieser Katalog wurde von Miss Jane Llewellyn Ott mit Unterstützung von Carl Raswan zusammengestellt. Ziel war es, Pferde zu dokumentieren, die sie als ursprüngliche, in der Wüste gezüchtete Bestände der Beduinenstämme Arabiens ansah.

1952 begann Jane Ott mit der Zusammenstellung einer Liste arabischer Pferde, die direkt von Wüstenpferden abstammen sollten. Diese Arbeit wurde später von Al Khamsa fortgeführt, einer Organisation, die sich der Erhaltung traditioneller Blutlinien widmet. Die Blue List hatte zum Ziel, asil-Araber zu identifizieren – Pferde, deren Abstammung zuverlässig auf Beduinenzucht oder auf Züchter mit besonders strengen Reinheitsstandards zurückgeführt werden kann. Im Laufe der Zeit erweiterten Al Khamsa in den USA und der Asil Club in Europa diese Arbeit, indem sie weitere Pferde aufnahmen, die ihren Kriterien entsprachen, auch wenn sie nicht im ursprünglichen Blue Catalog enthalten waren.
Innerhalb der Straight Egyptian Araber gibt es mehrere Linien, die nicht zur Blue List gehören, was den Unterschied zwischen allgemein anerkannten asil-Pferden und solchen mit strengeren Blue-List-Kriterien verdeutlicht.
Ein bekanntes Beispiel sind die Bisharat-Pferde, die nach der Auflösung der Trans-Jordan Frontier Force im Jahr 1948 erworben und später an das Inshass-Gestüt von König Farouk verkauft wurden. Problematisch ist das Fehlen dokumentierter Zucht am Standort in Acre. Falls diese Pferde asil waren, wurden sie wahrscheinlich von Beduinen-Soldaten mitgebracht, jedoch fehlen eindeutige Nachweise über ihre Züchter oder eine direkte Beduinenherkunft.
Über Hengste wie Badr and Bandong finden sich diese Linien in den Pedigrees bekannter Pferde wie Hanan, Ali Valentino und Orashan sowie in den „New Egyptians“ in Marbach über Bilal I. Heute ist es, vor allem durch Hanan, zunehmend schwierig, Straight Egyptian Araber ohne Bisharat-Blut zu finden. Artikeln: "On the bisharat horses and the Transjordan frontier force" und "On the trail of the Bisharat Horses: the Government Stock Farm, Acre, and the Trans-Jordan Frontier Force"
Eine weitere weit verbreitete, nicht zur Blue List gehörende Linie ist die von Nasralla. Obwohl sein Asil-Status inzwischen geklärt ist, war er lange umstritten. Sein Einfluss verbreitete sich besonders über seine Urenkelin Bahila, Mutter von Pferden wie The Minstril und Coaltown, sowie über The Vision, Mutter der Ariely-Hengste Al Lahab und Al Ayal.
Eine weitere Linie mit unvollständiger Dokumentation ist die von Bint Kareema, gezüchtet auf der Kafr-Ibrash-Farm von Königinmutter Nazli und abstammend vom Blunt-Hengst Rasheed. Über ihre Mutter Kareema ist wenig bekannt, außer dass sie vermutlich von einem Dahman aus einer Obeya-Stute abstammte. Diese Linie verbreitete sich in Europa über Hania vom Gestüt Kauber Platte, in den USA über Ibn Farhan und in Ägypten über El Badr (Adl x Daab).
Das Fehlen von Dokumentation bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Pferde nicht asil sind. Es ist unwahrscheinlich, dass damals ein Händler ungeprüfte Pferde der ägyptischen Königsfamilie angeboten hätte. Dennoch stellt die Blue List besonders strenge Anforderungen, da nur Pferde mit klar nachvollziehbarer Abstammung von Wüstenpferden der Beduinen aufgenommen werden, was sie zu einer selektiven Referenz in der Araberzucht macht.

Kommentare